Tragbare Solarmodule liefern Sonnenstrom für Smartphone und Co.
Das 6 Watt Spolarmodul Base6 von Sonnenrepublik in Action

Hier kommt Teil 3 unserer kleinen Sommer-Sonnen-Serie und heute wird’s technisch: Mit der Kraft der Sonne und einem Solarmodul Strom gewinnen und diesen mit einer Powerbank immer dabei haben.

Wir schreiben das Jahr 2017, jeder hat ein Smartphone, Tablet und Notebook und mancher sogar noch einen MP3 Player. Outdoor Freunde, Radsportler, Läufer etc. machen keinen Schritt und Tritt mehr ohne Navi, GPS, Fahrrad- oder Laufcomputer – und all diese Geräte brauchen Strom.

Wäre es da nicht toll, diesen nicht immer aus der Steckdose ziehen zu müssen, sondern ökologisch und autark mit der Kraft der Sonne zu erzeugen?
Klar wäre das toll, weshalb es tragbare Solarmodule gibt!

Sonne + Solarzelle = Strom

Die Idee und auch das Prinzip, mit Hilfe von Sonnenlicht Elektronen zum Fließen zu bringen und so Strom zu gewinnen, ist nicht neu (Photovoltaik). Im Weltall drehen seit Jahrzehnten Satelliten ihre Bahnen um unsere Erde und versorgen sich mittels großer Solarpanel mit Energie. Auch solche kleinen Helferlein wie z.B. Taschenrechner kommen gerne mit einer kleinen Solarzelle daher und heutzutage kann bzw. könnte man so ziemlich alles was Strom braucht, mit der Kraft der Sonne versorgen.

Physikalisch sind dem Betreiben von „so ziemlich allem“ allerdings Grenzen gesetzt, denn aus einem Quadratmeter Solarpanel kommt nur eine begrenzte Maximalmenge an Strom heraus. Der Wirkungsgrad, also in diesem Fall das Verhältnis von eingehender Energie (Sonnenstrahlen) und erzeugter Energie beträgt bei sehr guten Photovoltaikmodulen heutzutage ca. 22% – bei knalle Sonne und schick blauem Himmel. Der Output eines Solarmoduls ist also limitiert (der eines Kohlekraftwerks allerdings auch…).

Den Tagesenergieverbrauch eines 4 Personenhaushalts allein mit der Kraft der Sonne decken zu wollen ist also die eine Sache, Kleingeräte, Tablets oder Notebooks solarbetrieben zu nutzen, eine andere.

Für dieses Szenario kommen tragbare Solarmodule nebst Powerbank ins Spiel, die Euch unabhängig von Steckdosen machen können und nach einer gewissen Amortisationszeit sogar echten Ökostrom produzieren.

Das Campinplatz-Sanitärgebäude-Paradaxon

Wer zu Fuß, mit dem Rad oder auch dem Paddelboot auf Reisen ist und auf dem Campingplatz halt macht um die Nacht zu verbringen, der hat sie bestimmt schon erblicken können – die handyladenden Mesnchen an den Waschbeckensteckdosen im Sanitärtrakt des Platzes.

Zähne putzend und Harre kämmend stehen sie sich die müden Beine in den Bauch, um dem Smartphone 30% Akkuleistung zurück zu geben. Gelegentlich kommt es zum Gespräch mit den Leidgenossen, in Einzelfällen werden nach solch einer Lade-Kennenlern-Kombi auch mal Familien gegründet. Meist aber steht man da, schweigt sich an und die Freunde am Zelt leeren bereits die zweite Flasche Wein.

Diese Situation wird unter Campingfreunden auch als Campingplatz-Sanitärgebäude-Paradaxon bezeichnet – paradox deshalb, weil der Platz, an dem man sich nach Möglichkeit nie länger als nötig aufhalten sollte, durch die Ladeproblematik unserer „Mobil“-Telefone, der bestfrequentierte Bereich des Geländes ist.

Lange Rede, schlaue Lösung: Mit einem Solarmodul ist dieses Paradaxon endlich Geschichte. Denn damit könnt Ihr tagsüber eine Powerbank oder auch direkt Euer Smartphone mit autarkem, mobilem und kostenlosem Strom laden und diesen abends entspannt sportiv wieder verbrauchen.

Son(n)e und solche

Wie immer im Leben, gibt es nicht einfach nur Solarmodule, sondern sone und solche, unzählige Varianten in unterschiedlichsten Ausführungen, Größen und Qualitätsstufen.
Ohne hier einen langen Exkurs fahren zu wollen, möchte ich Euch ein paar kleine Tipps geben, wann Solar Modul und Powerbank ok sind und wann ihr lieber die Finger davon lasst.

Wie anfangs erwähnt, hängt der Output, neben diversen anderen Faktoren, von Wirkungsgrad und Größe der Modulfläche ab.

Der Wirkungsgrad wird durch den Aufbau der Zellen und durch die Qualität der genutzten Komponenten bestimmt. Grob lassen sich Solarzellen in polykristalline (günstiger und geringerer Wirkungsgrad) und monokristalline (teurer und höherer Wirkungsgrad) Varianten unterscheiden.

Die Größe des Moduls beeinflusst die Leistung sogar noch mehr, den je mehr Fläche den Sonnenstrahlen zur Verfügung steht um einen Elektronenfluss in Gang zu setzten, desto mehr Strom fließt auch.
Wenn man also viel Platz hat, wie z.B. ein Großbauer auf seinen Stallanlagen, dann sind polykristalline Module ausreichend, da der geringere Wirkungsgrad durch die große Fläche kompensiert wird.

Bei einem tragbaren Modul, das in oder an den Rucksack passen soll, solltet Ihr auf monokristalline Zellen achten und zusehen, dass es ein faltbares Modul, wie z.B. unsere Wing6 oder Base9 von Sonnenrepublik, ist. Denn ausgeklappt kommen aus solchen Modulen locker 5-10Watt Leistung, was durchaus ernst zu nehmen ist, wenn das Handy oder GPS Gerät Saft brauchen. Zusammengeklappt sind sie trotz allem kaum größer als eine CD Hülle.

Wenn der Hersteller etwas auf sich hält, baut er die Teile so, dass sie lange halten, eine robuste Elektronik haben und die Zellen selbst einer sehr geringen Degradation unterworfen sind (Abfall des Wirkungsgrads durch Alterung). Wie bei vielen technischen Errungenschaften der letzten 100 Jahre gilt auch hier: Made in Germany ist oft eine gute Wahl, auch wenn der Kaufpreis oft etwas höher ausfällt.

Von Gimmicks wie Smartphonehüllen mit Solarzellen oder Powerbanks, welche die Zelle direkt verbaut haben, solltet Ihr lieber Abstand nehmen! Da die Zellen nicht größer sein können als das Gerät selbst, steht auch kaum Fläche für die Sonne zur Verfügung. Folglich kommt auch kaum Strom heraus. Zudem sind die verbauten Zellen oft polykristallin, also mit geringerem Wirkungsgrad und die verbaute Elektronik fällt ebenfalls dem Preisdiktat des Moduls zum Opfer. Hinzu kommt, dass Ihr damit das Handy oder die Powerbank praktisch direkt in die Sonne legen müsst – was keine gute Idee ist.

Alles in allem hat der niedrige Preis dieser Modelle also seinen Grund, auf Langlebigkeit braucht man nicht zu hoffen und daher gehen die Teile meist als kaum mehr als ein albernes Gimmick durch.

Am Ende wird alles gut

Es bleibt also festzuhalten, dass es mit tragbaren Solarmodulen und Solar Powerbanks total coole Dinger gibt, mit denen man (fast) immer Strom produzieren bzw. nutzen kann. Wenn man bereit ist ein paar Euro mehr zu investieren und sich somit einen vernünftigen Solarlader gegönnt hat, halten die Dinger ewig und funktionieren dauerhaft tadellos. Es ist also heute kein Problem mehr, all sein Kleinelektrozeug über viele Outdoortage zu retten.

Mit jeder Ladung werden die Geräte zudem rechnerisch billiger, da der verbrauchte Strom aus der Sonne und nicht aus der Steckdose kommt und nach einer gewissen Zeit haben sich die Solarmodule energetisch amortisiert, was sie ab diesem Moment zu Ökostromern macht.
Darum gilt für alle Natur- und Umweltfreunde: Der ökologischste Strom ist der, der nicht produziert und nicht verbraucht wird. Danach kommt aber gleich die Power aus solch einem schicken Solarmodul.