Keimlinge und gekeimte Saaten machen fit.
Gekeimte Saaten und gekeimte Hülsenfrüchte haben megamäßig Dampf im Kessel!

Samenkörner und Hülsenfrüchte stecken voller Energie und sind prall gefüllt mit Nährstoffen. Wenn man sie keimen lässt entfalten sie ihr Potenzial erst richtig und werden zu wahren Vitalstoffspendern. Durch das Keimen werden die Nährstoffe vom Körper deutlich besser resorbiert und schmecken tut es meistens auch noch besser!

Wunderbare Welt

Die Natur, das ist nichts Neues, kann alles!
Sie kann es außerdem besser als jeder andere, ist dabei effektiver und sie bedient sich Mechanismen, die in ihrer simplen Genialität nicht zu überbieten sind.

Das Wunder des Lebens ist so eine simple Genialität. Es braucht nur ein bisschen Zellteilung und eine Handvoll enzymatischer Reaktionen und Zack: Blume, Baum, Maus und Mensch sind da!

Ok, ein wenig komplizierter mag sie schon sein, die Entwicklung vom Samen zur fertigen Pracht.
Aber die Tatsache, dass es dazu weder Raketenwissenschaftler und milliardenschwere Grundlagenforschung, noch ein Potpourri aus synthetisch hergestellten Meister-Chemikalien braucht, lässt einen schon staunen. Mother Nature hat sich das alles allein ausgedacht und produziert – ganz ohne Diplom und CAAD Berechnungen.

Sprout it Baby

— Lassen wir für diesen Text den Samen des männlichen Säugetiers mal beiseite und konzentrieren uns auf den pflanzlichen Kameraden (den kann und sollte man nämlich auch verzehren…). —

Damit so ein komplexes Leben aus einem kleinen Samen entstehen kann, muss in Diesem ab Werk schon so Einiges eingebaut sein. Und das ist wirklich eine Menge: Kohlenhydrate, Fettsäuren, Proteine, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente uvm.
Was für Mensch und Tier gesund ist und zur Leistungsfähigkeit beiträgt, ist auch für die werdende Pflanze im Sinne des Wortes lebenswichtig.

Sobald die Bedingungen für ein mögliches Leben der Pflanze optimal sind, beginnt der Samen zu keimen und entfacht die Power seines gesamten genialen Inhalts. Und noch mehr, die einzelnen Zutaten werden kombiniert, umgebaut und vermehrt. Im Samen enthaltene Hemmstoffe, die ihn schützen sollen, werden durch Enzyme abgebaut und die Verfügbarkeit der enthaltenen Nährstoffe wird verbessert.
Aus einem kleinen, harten Krümel entsteht ein prachtvoller Teil dieser Erde.

Das Gesunde daran ist das Gesunde da drin

Nun haben Mensch und Tier es sich aber angewöhnt, die kleinen Samen schon vor ihrer Entfaltung zu verzehren, um an die Power im Krümel zu kommen. Blöd für die Pflanze, gut für uns – so muss man das leider sagen.

Die genannten Abwehrmechanismen des Krümels hindern uns zwar selten daran, ihn letztendlich zu vernaschen, dass sie funktionieren, merken wir aber sehr wohl. Das wilde Gepupse nach Linsengenuss oder die Tatsache, dass man bestimmte Sorten nicht ungekocht verzehren darf, sind Ausdruck der Schutzprogramme der Hülsenfrucht.

Aus den genannten Gründen haben es sich die Menschen schon früh zur guten Gewohnheit gemacht, Saaten einzuweichen oder zum Keimen zu bringen.
War anfangs lediglich die bessere Verträglichkeit das Ziel, kam bald auch die Erfahrung hinzu, dass gekeimte Saaten einfach gesünder und besser sind. Plötzlich konnte man sie sogar roh verzehren und dass ein Nahrungsmittel fit und munter macht, kann man spüren…auch ohne biochemische Laboranalyse und Packungsbeilage.

Aber was und warum ist nun eigentlich das verdammt Gute an gekeimten Saaten?

Hier sind unsere 7 guten Gründe:

Grund 1: Die im Samen schlummernden Bestandteile werden durch den Keimprozess „geweckt“ und können ihr gesundes Werk vollbringen.
Alles was die Pflanze später braucht, ist im Samen enthalten. Wenn die Pflanze anfängt, eine Pflanze zu werden, entfalten sich diese Inhaltsstoffe praktisch explosionsartig, damit die Nährstoffe mal so richtig abliefern können. Ohne den Keimprozess ist eine Saat zwar auch schon echt gesund aber erst das Keimen macht sozusagen aus einem hübschen Pony ein flinkes Rennpferd.

Grund 2: Der beginnende Wachstumsprozess der Pflanze setzt die enthaltenen Inhaltsstoffe nicht nur frei, sie werden sogar vermehrt und Einige gar neu gebildet. Der Vital- und Nährstoffgehalt sowie deren Vielfalt im Keim können teilweise um ein vielfaches anwachsen.
Da ein Keim im Grunde nichts anderes als ein „Baby-Pflanze“ ist, gibt Mutter Natur dieser Pflanze einen satten Vorschuss, um ordentlich wachsen zu können – ähnlich wie wir Menschen die sehr nährstoffreiche Muttermilch zum Anschub in ein gesundes Leben brauchen.
Im Keim sind Aminosäuren, Fettsäuren, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelement, Enzyme, sekundäre Pflanzenbegleitstoffe uvm. enthalten und neu gebildet worden.

Grund 3: Gekeimte Inhaltsstoffe können besser verdaut und resorbiert werden.
Im Samen werden manche Vital- und Nährstoffe von so genannten Hemmstoffen gebunden und „beschützt“. Diese gehen Verbindungen mit verschiedenen Bestandteilen ein und machen diese, und damit manchmal die gesamte Saat, für uns schlecht- oder unverdaulich bzw. hindern den Darm an der Resorption einzelner Bestandteile. Das macht auch Sinn, denn die Stoffe sollen ja der späteren Pflanze zur Verfügung stehen und nicht in unserem Salat landen.
Der Keimprozess baut diese Hemmstoffe ab, so dass die unverdaulichen Verbindungen aufgebrochen und in unserem Darm resorbierbar werden. Z.B. hilft das Enzym Phytase dabei Phytinsäure abzubauen, welche im Samen komplexe Mineralstoffverbindungen bildet, die unseren Körper daran hindert, die einzelnen Mineralstoffe aufzunehmen.

Grund 4: Keimen erhöht die Bioverfügbarkeit der enthaltenen Nährstoffe.
Durch den zuvor genannten Abbau von Hemmstoffen, verbessert sich die Resorptionsfähigkeit der Mineralien und Nährstoffe im Keim. Außerdem fördert der Keimprozess verschiedene Neubildungen und Umstrukturierungen, welche die Bioverfügbarkeit der Stoffe deutlich erhöhen. So werden z.B. neue Aminosäurestrukturen geschaffen, also neue Proteine gebildet, Stärke zu Glukose abgebaut oder weitere Enzyme gebaut, die für uns und die Verdauung des Keims vorteilhaft sind.
Gekeimte Samen und Hülsenfrüchte sind ernährungsphysiologisch also nochmal deutlich besser als z.B. ungekeimte Leinsamen oder ungekeimte Linsen.

Grund 5: Keimen ist ein Frischeversprechen!
Wäre ein Samen nicht gesund und lebendig würde er nicht keimen, der er wäre tot (oder zumindest so etwas in der Richtung). Saaten und Hülsenfrüchte die „schlecht“ behandelt, also z.B. bestrahlt, mit Chemie bearbeitet oder falsch gelagert wurden, werden nicht mehr keimen. Man könnte sie dann zwar sicher noch essen…aber sollte man das…?

Grund 6: Gekeimtes kann man roh verzehren.
Wie im Punkt zuvor gesagt, ist ein Keim die Folge eines frischen, lebendigen Samens. Die Chance, dass dieser folglich arm oder frei von Pestiziden und anderem Mist ist, steigt also. Außerdem wird beim Keimen ständig das Wasser gewechselt, das gesunde Zeug wird somit mehr als gründlich gewaschen und auch der letzte Dreck abgespült.
Man braucht daher nichts garen und erhitzen, die Körner und Keimlinge können direkt in den Salat, ins Müsli, den Smoothie und in die rohen Energy Bars der guten BIO Marken.

Grund 7: Keimlinge schmecken oft richtig, richtig gut!
Durch die genannten Umbauprozesse im Keim ändert sich auch, je nach Keimgrad, der Geschmack. So bekommt man eine herrliche Vielfalt auf den Teller und in den Riegel.

 

Fazit: Gekeimte Zutaten sind der Nährstoffhammer schlechthin und lassen sich ebenso verwenden und verarbeiten, wie ungekeimte Zutaten – nur das sie mehr Dampf im Kessel haben. Mit wenig Aufwand lässt sich aus einem sehr guten Nahrungsmittel ein sehr sehr gutes Nahrungsmittel machen! Wenn das nichts ist, was dann…?!

Fazit Nr.2: Die Natur gibt uns schon ab Werk das Beste, was sie zu bieten hat. Nutzen wir sie und was sie uns gibt und bleiben gesund.
Aber lasst sie uns nicht ausnutzen…denn dann werden wir krank!

Over und Out.